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Klima- & Gebäudeenergiegesetz: Das sollten Sie jetzt wissen

In der ersten Dezemberwoche wurde im niedersächsischen Landtag das erste Klimagesetz eines Bundeslandes verabschiedet. Damit möchte das Land Niedersachsen einen angemessenen Beitrag zum Schutze des Klimas leisten.

Bereits am 1. November 2020 trat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft.

Mit dem GEG werden das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengeführt und verdeutlicht die Anforderungen an Energieeffizienz und für den Einsatz erneuerbarer Energien bei Gebäudesanierungen und Neubauten.

Diese Informationen sind jetzt für Sie wichtig!

Was ändert sich nun genau für Unternehmen und Kommunen mit Beginn des neuen Jahres?

Rechtliche Änderungen

Nds. Klimagesetz

Mit den Regelungen des Gesetzes sollen die CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber des Referenzjahres 1990 sinken. Bis zum Jahr 2050 sollen dann die Emissionen nur noch maximal 20% des Ausgangszustands im Jahr 1990 betragen. Die gesamte Landesverwaltung soll zu diesem Zeitpunkt bereits klimaneutral sein.

Erreicht werden soll dies durch eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz, des gesteigerten Ausbaus der erneuerbaren Energien, sowie der Speicherung regenerativ erzeugter Strommengen. Zudem soll durch Aufforstung und dem Schutz von natürlichen Speichern von Kohlendioxid (bspw. Moore) die CO2-Bilanz optimiert werden.

Zudem soll insbesondere der öffentliche Nahverkehr auf klimafreundliche Energien umgestellt und ausgebaut werden. Beispielsweise soll dies durch Ersatz von dieselbetriebenen Zügen durch Wasserstoffzüge erfolgen. Ebenso wird der Ausbau des Radverkehrs als unabdingbar für das Erreichen der Ziele angesehen.

Damit die Landesverwaltung ihre selbstgesteckten erreichen kann wird sie in naher Zukunft einen umfangreichen Monitoringprozess durchführen. Darunter ein jährl. Energiebericht über die Gesamtemissionen der einzelnen Sektoren.

Ähnlich wie die Landesregierung ergeben sich auch für Kommunen aus dem neuen Gesetz Pflichten, um die CO2-Emissionen der einzelnen Landkreise, Städte und Gemeinden zu dokumentieren.

Für das Kalenderjahr 2022 ist erstmalig ein Energiebericht zu erstellen, der folgende Inhalte umfasst:

  • Die Gesamtkosten für Strom- und Heizenergie, sowie die zugehörigen Verbräuche und CO2-Emissionen je Kalenderjahr.
  • die Verbräuche der kommunalen Liegenschaften bezogen auf die Nutzfläche.
  • Der Verbrauch an Heizenergie ist einer Witterungsbereinigung zu unterziehen.

Dieser erstmalige Energiebericht ist bis zum 31. Dezember 2023 zu veröffentlichen. Im Anschluss sind alle drei Jahre Energieberichte zu veröffentlichen, beginnend mit dem Zeitraum 2023-2025. 

 

Gebäudeenergiegesetz

Mit der Novellierung ergeben sich auch zahlreiche Änderungen, diese sind nachfolgend zusammengefasst.

Niedrigstenergiegebäude:

  • Definition anhand der EU-Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ ist im neuen Gesetz verankert
  • Niedrigstenergiegebäude entsprechen dem KfW-Effizienzniveau 55.
  • Nur KfW-55 Gebäude erhalten zukünftig staatliche Förderung.

Strom aus Erneuerbaren Energien:

  • Photovoltaikstrom lässt sich auf den Mindestanteil von erneuerbaren Energien anrechnen.
  • Photovoltaikstrom kann künftig, sofern er gebäudenah erzeugt und selbst genutzt wird, zu höheren Prozentwerten angerechnet werden:
  • Ohne Speicher maximal 30% des Jahresprimärenergiebedarfs
    • 150 kWh pro Kilowattpeak PV-Leistung.
    • Oder falls die Peakleistung 3% der Gebäudenutzfläche, geteilt durch die Anzahl der beheizten oder gekühlten Geschosse entspricht, darf 70% des elektrischen Endenergiebedarfs angerechnet werden.
  • Mit Speicher maximal 45% des Jahresprimärenergiebedarfs
    • 200 kWh pro Kilowattpeak PV-Leistung.
    • Oder falls die Peakleistung 3% der Gebäudenutzfläche, geteilt durch die Anzahl der beheizten oder gekühlten Geschosse entspricht, darf 100% des elektrischen Endenergiebedarfs angerechnet werden.
  • Dadurch ergeben sich mehr Möglichkeiten für den Einsatz von Wärmepumpen.

Innovationsklausel und Bilanzierung:

  • Noch nicht im Gesetz enthalten, jedoch geplant ist die künftige Bilanzierung über CO2-Emissionen anstatt des Primärenergiebedarfs.
  • Über die Innovationsklausel in §103 ist dies jedoch bereits jetzt möglich, sofern sich das Ergebnis nicht unterscheidet.
  • Einführung einer Quartiersbilanzierung, sprich die Grenze kann über mehrere Gebäude in räumlicher Nähe die innerhalb von 3 Jahren realisiert wurden gemeinsam gezogen werden, solange die Anlage in der Gesamtheit die Anforderungen erfüllt. (Besonders im puncto Photovoltaik interessant)

Vorbildfunktion der öffentlichen Hand:

  • Nach §4 des GEG nehmen Gebäude in öffentlicher eine Vorreiterrolle im Rahmen der Energieeffizienz bei Neubau und Sanierung ein.
  • So sollen öffentliche Träger bei Errichtung oder umfassenden Sanierungen prüfen ob und in welchem Umfang Photovoltaik oder Solarthermie genutzt werden können.

Änderung der Berechnungsgrundlage:

  • Das Referenzgebäude wird künftig mit einem Erdgas-Brennwertkessel beheizt.
  • Anrechnung der Gebäudeautomation nun auch bei Wohngebäuden.

Ölheizungen:

  • Im Allgemeinen wird der Einbau von neuen Ölheizungen nicht mehr genehmigt.
  • Durch zahlreiche Ausnahmen, bspw. bei einem nicht möglichen Anschluss an ein Erdgasnetz ist es jedoch dennoch möglich.
  • Durch die Innovationsklausel in §103 wird jedoch die Nutzung von biogenem Flüssiggas ermöglicht.

Einsatz von Biomethan, Biogas oder biogenem Flüssiggas:

  • Erfüllung zur Pflicht der Nutzung von erneuerbaren Energien ist erfüllt durch genannte Stoffe, wenn:
    • 50 % des Wärme- und Kälteenergiebedarfs durch Kessel gedeckt sind.
    • 30 % des Wärme- und Kälteenergiebedarfs durch KWK gedeckt sind.
  • Primärenergiefaktoren sind ab sofort 0,7 bei Brennwertkesseln und 0,5 bei KWK.

Energieausweis:

  • Verpflichtende Vor-Ort-Begehungen bzw. aussagekräftiges Bildmaterial.
  • Verbindliche Angaben von Treibhausgasemissionen.
  • Ausweitung der Ausstellungsberechtigung für Energieausweise, d.h. keine Unterscheidung zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden.
  • Verpflichtende energetische Beratung durch einen Energieberater bei Kauf einer Immobilie.
  • Neuer Energieausweis: Ab Vorhabenbeginn 1. Mai 2021 verpflichtend für alle Neubauten und Sanierungen

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